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27. Dezember 2020 7 27 /12 /Dezember /2020 20:32

 

Zum Jahreswechsel 2020 ein Gedicht von Mascha Kaléko. Es ist wohl in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden, als die jüdische Lyrikerin vor den Nazis nach USA flüchten musste. Passt auch (als Mahnung und Trost) in unsere Corona-Zeiten mit ihren Kontakt-, Flanier- und Kaufrausch-Einschränkungen - mit guten Wünschen für ein einsichtsvolles, seuchenbefreites und besseres 2021!

 

Window Shopping

 

Brillantgeglitzer für die Hand der Lady,

Parfums, zehn Dollar aufwärts, für die gnädige Frau.

Ein handgesticktes Samtwams für den Spitz,

Und Marmor für den – hm – Toilettensitz…

Aus Gold gewebte Tingeltangel-Schuh

Im Funkelfenster der Fifth Avenue

Und Tanzgewänder, zart, gleich einem Hauche…

- Wenn ich mir schweigend diesen Prunk betrachte,

Dann denk’ ich mir, was Sokrates einst dachte:

>WIE VIELES GIBT ES DOCH,

WAS ICH NICHT BRAUCHE!<

NB1: Auch für die Einkaufswut im Internet

wär nützlich so’n Enthaltsamkeits-Dekret -

meint Manfred, der ansonsten un-asketische Poet

 

NB2: Das Fest der unschuldigen Kinder
“Am 28. Dezember begeht die Kirche seit vielen Jahrhunderten das "Fest der unschuldigen Kinder". Es erinnert an den Tag, an dem laut Bibel König Herodes die Kinder von Bethlehem töten ließ...
Die unschuldigen Kinder leben heute in den Flüchtlingslagern. Das wirkliche Weihnachten ist in unseren Zeiten dann, wenn sie gerettet werden; wenn "Der Retter" wirklich kommt - und er nicht nur im Weihnachtslied besungen wird.”

Heribert Prantl, aus: <prantls-blick@newsletter.sueddeutsche.de> vom 27.12.2020)

 

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