Freitag, 10. juli 2009
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Gräfenberg, 10. Juli 2009.
Ein mittelalterliches Versepos als Comic-Album? Warum nicht, waren doch im Mittelalter Bildergeschichten z.B. als Fresken in den Kirchen sehr beliebt beim lese-unkundigen Volk. Und da die meisten
Menschen heute ein mittelhochdeutsches Versepos nicht mehr lesen können, bietet sich die Form des Comic für eine zeitgemäße Adaption an. Besonders für einen phantastisch-abenteuerlichen
Artusritter-Roman wie "Wigalois - der Ritter mit dem Rade" des Wirnt von Gräfenberg. Eine 800 Jahre alte Fantasy-Story (entstanden um Anno 1200 n. Chr.), die damals etwa so beliebt war wie heute
"Asterix", "Prinz Eisenherz" oder "Harry Potter".
Das meint übrigens auch der Literaturwissenschaftler Bernd Naumann in einem Aufsatz über
Wirnts Epos in dem Buch "Fränkische Klassiker" von Wolfgang Buhl.
Also ran an das Comic-Projekt, dachten wir uns in Gräfenberg, dem "Ritter-Wirnt-Städtchen" 30 km nördlich von Nürnberg, wo der Ritter-Dichter höchstwahrscheinlich um 1170 geboren wurde und wo jetzt
(10.-12.Juli 2009) zum fünften Mal ein mittelalterliches Bürgerfest an ihn erinnert. Neben einem Ritter-Wirnt-Brunnen, einer Ritter-Wirnt-Schule, einer Ritter-Wirnt-Straße, einem Ritter-Wirnt-Bier,
einer Ritter-Wirnt-Schenke undundund. Die Gräfenberger sind mächtig stolz auf ihren alten Dichter!
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Im nächsten Jahr soll es also hier die ersten Ritter-Wirnt-Spiele geben, mit der Uraufführung eines Mundart-Theaterstücks von mir über Wirnts (fiktives, weil
weitgehend unbekanntes) Leben und Lieben. Und als Zugabe das Comic-Album "Die phantastischen Abenteuer des Glücksritters Wigalois". Der Name Wigalois bedeutet übrigens etwa "Mann aus
Wales".
Problem Nummer eins: Wie macht man einen Comic - wenn man noch nie einen gemacht hat? Das Know-how in dieses Projekt brachte mein Freund Peter Wiechmann ein, einst Chef-Comicmacher beim
Kauka-Verlag ("Fix und Foxi" u.a.) und später Gründer des Zeichner-Studios COMICON in Barcelona. Inzwischen im Un-Ruhestand, hat er gerade in seiner Heimatstadt Eschwege ein eigenes historisches
Comic-Album vorgestellt: "Thomas der Trommler", eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg.
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Problem Nummer zwei: Wie finanziert man einen Comic - wenn man selber kein Geld hat? Ein vierfarbiges Comicalbum ist teuer, und wenn es erschwinglich sein soll, braucht man Zuschüsse und Sponsoren.
Das ist ein langer, steiniger Weg. Doch davon später mehr. Das "Drehbuch" für den spanischen Zeichner Isidre Monés ist inzwischen fertig, und im "Ritter-Wirnt-Boten", der Festschrift des
diesjährigen Gräfenberger Bürgerfestes, gibt es schon mal einen Cover-Entwurf (siehe Abbildung) und zwei Probeseiten von COMICON. Danke Peter, danke Christof Ruoss, danke Isidre Monés!
Mein WIGALOIS-Comic-Blog ist hiermit eröffnet...
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veröffentlicht in: Comic
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